Folge 1: Digitalisieren entlang der zentralen Unternehmensfragen, anstatt 12 Monaten Implementierungswahnsinn
In dieser Folge sprechen wir über eine bekannte Herangehensweise, um aus Daten Insights zu erzeugen, um bessere Unternehmensentscheidungen zu treffen. Doch was, wenn die Datenqualität unzureichend ist und es auch ohne große Vorab-Investition in Stammdaten und Implementierung funktioniert? Wir teilen, wie wir mit den zentralen Unternehmensfragen starten, diese als Anker nehmen und entlang dieser Fragen digitalisieren, anstatt durch fehlende Stammdaten blockiert zu bleiben.
Inhalt:
00:34 - Woran die meisten Digitalisierungsprojekte scheitern
01:57 - Der Mensch als wichtige Informationsquelle
03:37 - Wie Digitalisierung für gute Entscheidungen ohne riesige Investition zielgerichtet funktionieren kann
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#mittelstand #entscheidungsfindung #datadrivendecisionmaking
So, erstmal herzlich willkommen zu der ersten Themenserie. Ist irgendwie ganz schön wild hier alleine einsam vor der Kamera zu sitzen, aber wir starten einfach mal. Ich habe heute mal meine tolle Tafel mitgebracht und hatte mich gefragt, ich das erste Video drehe. Und dann ist mir eingefallen, es gab eine Sache, die sich sehr, sehr, sehr viel in den letzten Monaten wiederholt und das war das Thema, wie gehen wir daran, wenn Daten nicht vorhanden sind, gute Entscheidungsmodelle zu bauen? Und da gibt's ein so ein Bild, was ich in dem Vortrag sehr old school auf ein Blatt Papier an die Wand gemalt habe und habe gesagt: "Hey, die meisten Projekte scheitern, Digitalisierung, machst tolle Daten, holst dir Insight heraus, ja, toll und dann weißt du immer noch nicht, was wäre, wenn und woran hat's gelegen?" Und dann an den einzelnen Informationen herumzuspielen und die Treiber herzuleiten. Und da kam eine einfache Pyramide, die hatte ich damals noch im Maschinenbau, die mich immer begleitet und ich mal die Pyramide einmal auf. Und zwar geht's darum, diese Pyramide kennt wahrscheinlich jeder zweite, dass wir erstmal anfangen - Ich ich erspare mir mal den Syntax Teil und die einzelnen Punkte unter den Daten - und dass wir dann oft hingehen und sagen, und so ist eigentlich nahzuht zu jedes Digitalisierungsprojekt, aufgebaut zu sagen, okay super, wir gucken mal in die Daten und dann fangen wir mal an hier irgendwie für Millionen Euro und 12 Monate später da irgendwelche Stammdatenqualitäten aufzubauen. Und dann haben wir hier ganz tolles ganz tolle Insights irgendwann herausbekommen und aus denen können wir dann Wissen kreieren. So. Das Problem an dieser Sache ist, dass das meiste schon unten scheitert und abgesehen davon, dass es sehr unbefriedigend und wenig hilfreich ist, erstmal ganz viel Geld auszugeben, das in Digitalisierung zu stecken, am Ende herauszufinden, scheiße, Entschuldigung für die Ausdrucksweise, aber ich manchmal muss man einfach ein paar Sachen auf den Punkt bringen. Scheiße. Hat hier überhaupt nicht geklappt. Toll. haben jetzt die Hälfte digitalisiert, aber und da kommen wir jetzt zum ganz spannenden Punkt. Wenn wir eine Entscheidung treffen müssen, brauchen wir unterschiedliche Menschen in dieser Informationskette. Wir brauchen unterschiedliche Datenpunkte und kommen erst dann zu dem Punkt, dass wir wissen, ja, hey, das ist eine gute Entscheidung. Fängt bei ein von den Informationsketten an im Projekt. Der eine muss dem anderen was sagen, der eine ist krank, E-Mail wird nicht weitergeleitet. Das ist jetzt ein sehr triviales Beispiel, bis zu Informationen, wo wir sagen, hey, wie können wir unsere Liefertreue einhalten? Wie können wir wirklich gut die Kosten für ein Produkt berechnen? Und dann bringt's uns leider reichlich wenig, wenn wir an der einen Stelle 70% der Stückliste sehr sehr gut digitalisiert haben, aber irgendwo auf dem Weg die Verrechnungsschlüssel von den Gesamtkosten in den Prozessen nicht wieder auf die Produkte zurückstattfinden und wir eigentlich nicht wissen, mit welchem Produkt verdienen wir Geld, verlieren wir Geld. So. Viel geredet, viel Sinn, hoffentlich. Eine Sache, die wir bei Circonomit - und das ist ein ganz ganz wichtiges Produktprinzip seit Tag 1 - gesetzt haben, ist zu sagen, wir dürfen nicht abhängig sein, dass der Schritt gute Entscheidungen zu treffen im Unternehmen direkt von der Stammdatenqualität abhängt, weil wir dann immer blockiert werden, werden immer in diese immensen Investitionsbudgets laufen und am Ende mit einem unbefriedigenden Ergebnis rauskommen, außer die einzelnen Digitalisierungsprojekte, die sehr gut funktionieren, auch die S/4 HANA Implementierung. Da freue ich mich, wenn das mal sehr gut klappt. Begegnet uns nur leider, ich würde sagen 1 von 50 mal. Deswegen lasst uns jetzt mit dem spannenden Teil - Spannungsbogen ist jetzt gespannt - einmal beschäftigen, wie wir an die Sache heangehen. Dieses Bild habe ich tatsächlich schon relativ lange und mir ist gar nicht bis vor kurzem klar gewesen, bis ich mehrfach darauf hingewiesen wurde, wie mächtig das eigentlich ist, zu sagen, wir drehen die Pyramide einmal gedanklich um. Und das ist jetzt wieder ein weniger ein Datenthema als eine Art und Weise, wie wir sehr, sehr viele Jahre jetzt über Digitalisierungsprojekte gedacht haben und teilweise auch einfach überfordert sind, weil die Welt immer komplexer wird. Es kommen immer mehr Datenquellen hinzu. Deswegen die Einladung, das als Art Problemlösezugang zu sehen, was ich jetzt erzähle und weniger auf irgendeiner bestimmten Produktebene. So. Und zwar was wir tun, wir drehen diese Pyramide gedanklich um und wir fokussieren uns auf das, was zentral wichtig ist. Und das ist, wir als Unternehmer, als Leitung Controlling, als Werksleiter, als Geschäftsführung können gute Entscheidungen treffen. Das heißt, wir gehen mit jedem Kunden, mit jedem Partner, wahrscheinlich sogar mit jedem, dem wir auf der Straße reden, immer herein und sagen: "Hey, was ist gerade für dich die wichtigste Entscheidung, die Wichtigste und Dringendste, die du treffen musst? Das heißt, bei uns ist die Entscheidung oben der allererste Startpunkt. Und was wir dann tun, und ich gehe gerne in diese Erarbeitung gleich noch mal in einem getrennten Video rein, zu sagen: "Hey, was ist deine wichtigste Entscheidung?" Damit passiert nämlich eine sehr, sehr wichtige Sache. Wir richten den Fokus auf das, was zählt und das ist das Ergebnis. Wir sind nachher befähigt, unser Unternehmen gut zu steuern und nicht auf dem Problem, die riesen Hürde mit den Daten, die natürlich total sinnvoll und notwendig sind, auf diesem Weg in der Erhebung stehen zu bleiben, sondern einmal zu hinterfragen, wie gehen wir denn eigentlich heran? Und dann gucken wir uns bei den Entscheidungen an und dann stellen wir die Frage, was sind die wichtigsten Treiber? Also, das können sein: Engpässe, Störungen im Alltag, Mitarbeiter wird krank, deswegen kann ich nicht alles produziert werden am Tag, was ich wollte. Damit verschiebt sich ein Auftrag. Was heißt das für alle Folgeufträge? Das kann z.B. eine Störgröße sein im Operativen, Maßnahmen, Lager. Wir haben da schon, ich würde sagen, inzwischen Katalog von 50 oder sogar 100 einzelnen Informationen, die wir aus unterschiedlichsten Gesprächen mit reingenommen haben. Lager ist eins, was man sich gut vorstellen kann, so sagen: "Hey, kann man sich was auf Lager legen, was man daraus beliefert und und und." Das heißt, wir gehen über Entscheidungen in die Treiber rein und dann passiert eine sehr wichtige Sache. Wir fokussieren uns auf das Wesentliche und nehmen erstmal die meisten Sachen aus dem Betrachtungsrahmen und sagen: "Hey, wir gucken uns jetzt wirklich erstmal die fünf bis zehn wichtigsten Kern, ich sag mal, Informationsketten an, die Einfluss auf deine gute Entscheidung haben." Und dann gehen wir rein und stellen die Frage: "Okay, super, von all diesen Entscheidungen und diesen einzelnen Informationen, die wir hier auf dem Weg brauchen, was finden wir davon schon in Datenquellen? Und was lebt noch im Bauchgefühl der Mitarbeiter? Und das ist ein Punkt, wo hier die Crux entsteht. Wir fokussieren uns also dann auf das Thema Stammdaten, auf die Stammdaten, die wirklich zählen und digitalisieren entlang der wichtigsten Entscheidungen im Unternehmen. Und was wir daraus gewinnen ist, dass wir ab Tag 1 Wert kreieren, weil wir können ab Tag 1 reingehen, sagen: "Hey, sag mal, unser Produkt sieht gerade aus ein bisschen wie so ein Whiteboard, was rechnen kann." Wir gehen rein, nehmen diese Entscheidung, fügen die ganz pragmatisch als Baustein ein z.B.: Thema Deckungsbeitrag der Produkte, mit welchem Auftrag oder welchem Produkt verdiene, oder verliere ich Geld, Liefertreue von Aufträgen. So. Wir fügen dann die fünf bis zehn wichtigsten Treiber ein und gewinnen so gemeinsam mit dem Team ab Tag 1 die Fähigkeit Transparenz hereinzubringen. Das was wir noch nicht in Daten haben, klicken wir wirklich Rechtsklick, Baustein, Schätzwert einfügen und arbeiten so die Stammdatenqualität schrittweise aus. Und ja, ich glaub darüber kann man noch sehr viel erzählen, wie wir hier genau vorgehen, ist ja am Ende auch der erste Schritt in die Problemlösung. Mehr folgt gerne in separaten Video, aber ich dachte erstmal, das ist ein super Start, einfach ja, dass wir in Europa wieder steuerungsfähig werden. Ich glaube, das ist immer unser Herzenssthema zu sagen, bei dem ganzen Weltwahnsinn, der gerade passiert ist das Beste, wenn wir es gemeinsam schaffen als Industrie, als Menschen, wieder stabil zu sein, zu verstehen, wie wir in der Komplexität gut steuern können. Und das ist mal ein pragmatischer erster Start, wie wir daran gehen.